Geschützte Herkunft im Weinanbau

Die Herkunft machts, aber warum ist das so?

Kein Bereich der Landwirtschaft ist so stark verbunden mit der Herkunft des Produktes wie der Weinbau. Natürlich gibt es die Bressepoularde, den Alba Trüffel und die Spreewälder Gurke, aber nirgendwo spielen kleine Unterschiede eine so große Rolle wie beim vergorenen Traubensaft. So kostet der Wein aus dem einen Weinberg manchmal ein Vielfaches von dem, was der Nachbar verlangen kann.

Das liegt vor allem daran, dass minimale Unterschiede in der Hangneigung, dem Boden, des Mikroklimas und der Weinbaumaßnahmen gravierende Auswirkungen auf die Qualität des Weins haben können. Ich bestätige gerne, musste ich doch in meiner Master of Wine Prüfung viele Weine anhand von Geruch und Geschmack ihrem genauen Ursprungsort, teilweise sogar bis aufs Dorf genau zuweisen. Ob mir das immer gelungen ist, sei mal dahingestellt, dass es möglich ist, ist eine Tatsache.

Das wussten schon die Mönche, die vor Jahrhunderten begannen, das Burgund in immer kleinere Teile zu zerteilen und nach Güte zu klassifizieren. Auch in Portugal wurde 1756 durch den Marquis de Pombal eine Grenze um die Weinberge gezogen, die für die Portweinproduktion vorgesehen waren. Produzenten wie Taylors, die damals schon in der Region aktiv waren, konnten sich so ohne Sorgen vor Nachahmern auf die Entwicklung von hochwertigen Portweinen, wie den Taylor’s Port Tawny 30 Years Old konzentieren.

Es wurde aber schnell klar, dass Herkunft mehr bedeutet als der Fleck Erde, auf dem die Reben wachsen. So mussten bereits in die frühen gesetzlich definierten Herkunftsbezeichnungen Regeln für die Rebsorten Wahl, Arbeiten im Weinberg und Kellertechniken integriert werden.

Die neue Zeit der Herkunftsbezeichnungen und Vielfalt der Klassifizierungen.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurden immer mehr Regionen klassifiziert und es entstanden kontrollierte Herkunftsbezeichnungen in Frankreich, Italien, Spanien, Deutschland und Co. 2008 wurden diese vielfältigen Klassifizierungen in eine EU-weite Klassifizierung integriert; die PDO, oder Protected Designation of Origin. 

Dieses System ist nicht ohne Makel, es sorgt aber dafür, dass man beim Weinkauf anhand der Herkunftsbezeichnung erkennen kann, welche Stilistik der Wein haben sollte und auch in welchem Qualitätsbereich er ungefähr rangiert. Ein Champagner Taittinger Brut Réserve muss aus den festgelegten Rebsorten für Champagner hergestellt, in der Flasche vergoren und für mindestens 15 Monate in der Flasche gereift werden. Taittinger kann entscheiden, ob sie ihre Weine länger lagern wollen (Spoiler Alert: Sie reifen den Brut Réserve für drei bis vier Jahr in ihren Kellern), sie dürfen die Mindestanforderungen aber nicht unterschreiten.

“Home is where the heart is”!

Ähnlich ist die Klassifizierung in Deutschland geregelt. Ein Wein wie der Hofgut Gönnheim Weissburgunder trocken 2020 muss nach den Vorschriften hergestellt werden und wird bei einer sensorischen Qualitätsprüfung von erfahrenen Verkostern auf seine Typizität getestet. So kann man sicherstellen, dass der Wein auch nach einem klassischen Weissburgunder aus der Pfalz schmeckt. 

Natürlich ist Konformität nicht immer gut und es bleibt Winzern offen, außerhalb dieser strengen Regeln zu arbeiten. Hans Peter Ziereisen vom Weingut Ziereisen klassifiziert seien Ziereisen Steinkrügle trocken 2018 wie auch seine anderen Weine als „Landwein“ und hat so deutlich weniger Auflagen zu befolgen. Das gibt ihm die kreative Freiheit, seine ausdrucksstarken und außergewöhnlichen Weine so zu vinifizieren, wie er es sich vorstellt.

Regeln sind also gut, um die Typizität einer Herkunft zu waren. Hin und wieder ist es aber gut, ein Auge zuzudrücken, denn die Rebellen von heute sind die Klassiker von morgen. Am wichtigsten ist es, dass es schmeckt und Ihnen das Herz bei Verkosten aufgeht. Sie wissen ja:“Home is where the heart is.”

Weinempfehlung:

Der Champagner Taittinger Brut Réserve gehört dank seiner einzigartigen Qualität zu den beliebtesten Champagnern weltweit. In hellem Goldgelb mit zarten Platin-Reflexen funkelt der noble Schaumwein im Glas. Brillante Perlenschnüre tänzeln unablässig im Glas und sorgen für eine festliche Atmosphäre. 

Das anmutige Bukett verströmt auf delikate Art und Weise feinsinnige Aromen von weißen Pfirsichen, zarten Aprikosen und süßen Mirabellen. Erfrischende Nuancen von duftenden Zitronen-Zesten, feinen Mandarinen-Filets und saftigen Williams-Christ Birnen verschmelzen mit klassischen Champagner-Noten von ofenfrischer Brioche, deliziösen Biskuits und einem Hauch Haselnuss. Elegante florale Anflüge von seidigen Frühlingsblüten umschweben die kunstvoll ausbalancierte Komposition.

Machen Sie sich mit dem Cà del Teo Valdobbiadene Prosecco Superiore auf feinsten Genuss gefasst. Strohgelb mit eleganter Perlage schmeichelt der edle Tropfen dem Auge und verführt zugleich die Sinne mit einer Melange aus saftigen Quitten, gelben Äpfeln, weißen Weinbergpfirsichen und sonnengereiften Aprikosen. Im Hintergrund kitzeln zarte Mandelnoten und weißer Pfeffer die Nase. Angenehm intensiv mit animierendem Fruchtsäure-Süße-Spiel streicheln feine Perlen den Gaumen. In dem gekonnten Abgang entfaltet sich der Geschmack gelber Birnen mit einem dezenten Hauch von Marzipan – Exzellent.

Der Hammeken Cellars Gran Pasas Monastrell Yecla ist der „große Bruder“ des „einfachen“ Pasas Monastrell. Alles, was Sie am Pasas lieben, werden Sie im Gran Pasas wiederfinden – nur jeweils eine Nummer größer. Seine Trauben stammen von noch älteren Rebstöcken und werden noch strenger selektiert; der Wein wird noch länger ausgebaut und gerät schließlich noch dichter.   

Die sehr trockenen, heißen Sommer ermöglichen in der Yecla das Heranreifen und natürliche Eintrocknen kleiner Weinbeeren direkt am Stock, die dann als süße Rosinen gelesen werden können. Aus diesen hochkonzentrierten Trauben entsteht der dunkelrote, beinahe opake Gran Pasas, der sich mit purpurnen Reflexen und einem kirschroten Saum standesgemäß schmückt.

In die Nase steigen verführerische Düfte von reifer Pflaume, Brombeere, Schwarzkirsche, Zartbitterschokolade, fleischiger Rosine, sanften Wildkräutern, Tabak, Zedernholz, Vanille, Zimt, Kardamom und anderen „weihnachtlichen“ Gewürzen. Die sogenannte „zweite Nase“ legt eine Portion Kirschkompott nach. Zum Dahinschmelzen!   

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