Die Rebsorte Malbec: Argentinischer Star mit französischen Wurzeln

Bei der Rebsorte Malbec denken viele Weintrinker:innen zunächst an Argentinien. Und tatsächlich ist das südamerikanische Weinland der größte Produzent markanter Rotweine aus der traditionsreichen Traube. Ihre ursprüngliche Heimat ist aber – wie so oft bei Rebsorten aus Übersee – Frankreich.

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Neben den Rebsorten Merlot, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc gehört Malbec zu den weniger bekannten Rebsorten der Weinbauregion Bordeaux. Wie es dort üblich ist, wird sie in wechselnden Anteilen mit ihren Cuvée-Partnern verschnitten, um ein möglichst harmonisches Geschmacksbild zu gewährleisten. Meist übersteigt der Anteil von Malbec nicht die Grenze von fünf Prozent. 

Die wahre Heimat des Malbecs ist der Südwesten Frankreichs. In der ehemals für ihren „schwarzen Wein“ gepriesenen Appellation Cahors entstehen eindrucksvolle, reinsortige Malbec-Weine. Wegen ihres hohen Gerbstoffgehalts gerieten sie häufig so dunkel und stoffig, dass die Engländer sie „Black Wine“ nannten. Ein Cahors kann mitunter sehr rustikal sein und braucht viel Zeit in der Flasche, um eine optimale Trinkreife zu erreichen. Côt und Auxerrois sind die im Südwesten Frankreichs gängigen Beinamen für den Malbec.

Ursprung der Malbec Rebsorte:: Pont Valentré über den Fluss Lot in Cahors, Südwestfrankreich
Pont Valentré über den Fluss Lot in Cahors, Südwestfrankreich

Bereits im Mittelalter wurde der Cahors für seine Langlebigkeit und farbliche Tiefe bewundert. Mit dem Aufstieg der Weinbauregion Bordeaux und ihren ausgeglicheneren und eleganteren Weinen geriet der „schwarze Wein“ zunehmend in Vergessenheit. Angebaut wird die Rebsorte Côt alias Malbec aber nach wie vor an den Ufern des kurvenreichen Flusses Lot. Zentrum der Weinproduktion ist der pittoreske Weinort Cahors. Top-Produzenten entlocken der traditionsreichen Traube beeindruckende Weine mit großer Komplexität und enormer Tiefe.

Der Aufstieg Argentiniens zum wichtigsten Anbauland für Malbec hat bei vielen Winzer:innen für ein Umdenken gesorgt. So orientiert man sich zunehmend an dem zugänglicheren und samtigen Stil aus Übersee. Die beiden großen Malbec-Regionen schauen sich mittlerweile gegenseitig über die Schulter und beeinflussen sich gegenseitig.

Nach Argentinien kam der Wein im 18. Jahrhundert mit jesuitischen Mönchen. Sie waren in Südamerika missionarisch aktiv und legten mit ihren Klosteranlagen den Grundstein für den modernen Weinbau in Argentinien. Zunächst importierten sie Rebpflanzen von den kanarischen Inseln. Diese sogenannten Criolla-Reben spielten lange Zeit eine wichtige Rolle im argentinischen Weinbau. Ihre hohen Erträge waren allerdings keine gute Voraussetzung für den heutigen Qualitätsweinbau.

Hier kommen die berühmtesten Malbec Weine her: Weinberge in Mendoza, Argentinien
Weinberge in Mendoza, Argentinien

Mit der Phylloxera-Krise, die beinahe den gesamten europäischen Weinbau vernichtete, kamen zunehmend europäische Winzer:innen und Weinbauern nach Argentinien. Für eine weitere große Einwanderungswelle sorgte schließlich der Zweite Weltkrieg. Einwanderer aus Weinländern wie Frankreich, Italien und Spanien brachten ihr Know-How aus Europa mit und prägten den argentinischen Weinbau.

Als Urvater des argentinischen Malbecs gilt der französische Landwirtschaftsingenieur Michel Aimé Pouget. Der damalige Gouverneur der bedeutenden Weinregion Cuyo – Domingo Faustino Sarmiento – ließ Pouget im Rahmen eines Entwicklungsprogramms der Weinindustrie als önologischen Berater einstellen. Dieser gründete die erste Rebschule in der Weinbauregion Mendoza und führte französische Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot, Pinot Noir und Malbec ein. Besonders wohl fühlte sich letzerer in dem harschen Klima der hochgelegenen Weinberge Argentiniens. Bis heute feiert man zu Ehren Pougets den World Malbec Day.

Die bis dahin verbreiteten Criolla-Rebsorten wurden zunehmend verdrängt und durch europäische Qualitätsrebsorten ersetzt. Uva francesa – französische Rebsorte – wurde der Malbec von den Pionieren des neuen Weinbooms genannt.

Argentinien, Valle de Uco, Weinbau am Fuße der Anden bei Mendoza
Argentinien, Valle de Uco, Weinbau am Fuße der Anden bei Mendoza

In die Neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts war argentinischer Wein in die Jahre gekommen. Viele Produzent:innen setzten auf Masse und der gängige Weinstil – hauptsächlich auf dem Binnenmarkt konsumiert – war im Vergleich zum Rest der Weinwelt altmodisch geworden. Die Stunde des Malbecs war gekommen. Seine saftige Charakteristik bei erschwinglichen Preisen sprach sich schnell herum. Schon bald wurde Malbec aus Argentinien zu einem echten Exportschlager. Vor allem in Nordamerika. In immer höher gelegenen Weingärten und vorbildlich modernisierten Kellereien entstanden vollmundige und fruchtbetonte Malbecs von nie dagewesener Qualität. Ein neuer Maßstab für die altehrwürdige Rebsorte war geschaffen.

Eine Gruppe von Händen die anstoßen mit Malbec Rotwein

Ob aus dem Südwesten Frankreichs oder aus den Höhenlagen der Anden, typisch für Malbec ist sein hoher Tanningehalt und die damit verbundene intensive Farbgebung. Häufig tendiert er zu violetten Reflexen bei tiefdunklem Kern. Argentinischer Malbec zeichnet sich durch eine intensive Beerigkeit aus und ist insgesamt weicher und reifer als seine europäischen Vorgänger. Malbec aus Cahors ist tanninreicher und punktet mit Aromen von dunklen Pflaumen, Rosinen und Tabak.   

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Beim Big Game Malbec von Mare Magnum geht es richtig beerig und saftig zu.  Das ist argentinischer Malbec auf den Punkt gebracht. Muss man mal probiert haben. Am besten zum World Malbec Day.

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Big Game Malbec 2020

Big Game Malbec 2020

Im Glas erstrahlt der Big Game Malbec mit violetten Reflexen und dunklem, tiefrotem Kern. Satte, fruchtig-würzige Aromen von reifen Brombeeren, dunklen Pflaumen und Kirschen vereinen sich mit würzigen Noten von Wildkräutern und Unterholz. Dieser Malbec strotzt vor Kraft und überzeugt mit vollem Körper und reifer Frucht. Samtige Tannine verwöhnen den Gaumen. Im Finale beweist der Big Game eine enorme Ausdauer.

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